Hier ein Kurz-Interview mit Crock Krumbiegel

 

Frage: Wie sind Sie in die Synchron-Branche gekommen?

Seinerzeit - in den 80er Jahren - hatte ich nach meiner Schauspielausbildung in Düsseldorf mit einem Bekannten eineFilmproduktionsfirma gegründet. Wir machten zwar zwei Spielfilme, jedoch war das Ganze nicht sonderlich erfolgreich. So siedelte ich 1988 nach München, um mich dort umzusehen. Es gab da bei der bekannten Synchronfirma FFS eineArt Synchronschule, die neue Leute ausbilden und fördern wollte. Ich hatte das Glück in die erste Gruppe zu gelangen (es gab insgesamt nur zwei). Der Chef der Firma, Michael Haacke, bekam zu dieser Zeit gerade eine Serie rein mit dem Titel Chips California Highway Patrol. Ich hatte das Glück auf den Stimmcharakter eines dieser Beiden Polizisten zu passen und die FFS wollte somit aufzeigen, dass man über diese Synchronschule auch einen Einstieg in das Geschäft bekommen kann, quasi eine Art Eigenwerbung für dieses Ausbildungsprojekt. Die Charaktere hießen Ponch und John. Den einen Charakter -Poch - den sprach Jan Odle, der trotz seiner jungen Jahre bereits ein erfahrener Sprecher war... Ein alter Hase. Der führte auch bei dieser Serie Synchron-Regie. Ich sprach damals den John und wir hatten eine sehr schöne Zeit. Der Jan Odle ist darüber hinaus auch ein ganz prima Kollege.Tja, das war mein sog. größerer Einstieg. Davor hatte ich lediglich kleinere Jobs gemacht. Diese Serie lief dann auf diversen Kanälen einige Jahre lang rauf und runter.


Frage: Können Sie sich noch an Ihre erste Synchronrolle erinnern? Wenn ja, wo war das?

Deine zweite Frage kann ich mit der ersten beantworten. Denn die Serie ist ja eher erwähnenswert. Meine allererste Synchronerfahrung habe ich Mitte der Achtziger Jahre bei unserem Filmprojekt gemacht. Da habe ich eine Rolle gespielt, doch der Regisseur ließ alle Schauspieler von damaligen Top-Leuten aus Berlin nachsynchronisieren, um so dem Film mehr Pfiff zu verleihen. Auch mich hatte er nachsynchronisieren lassen - vom Frank Glaubrecht (Al Pacino, Kevin Costner, etc.)Ich durfte dann in unserem eigenen Film kleinere Sachen sprechen. Ob das gut war oder nicht sei dahin gestellt.


Frage: Waren Sie schon mal als Schauspieler tätig (im TV)

Ja, als Schauspieler im TV war ich hin und wieder tätig, jedoch nur mit kleineren Sachen. Oft bei XY... Ungelöst und diversen anderen Serienproduktionen; wie gesagt, keine bedeutenden Sachen. Es hat mich immer weniger vor die Kamera gezogen.


Frage: Macht Ihnen die Synchronarbeit nach so vielen Jahren immer noch Spass oder gibt es auch Rollen, die Sie nicht, oder besonders gern sprechen würden?

Dazu kann ich sagen, dass mir meine Arbeit grundsätzlich Freude bereitet.Ob ich Rollen weniger gern spreche oder nicht hängt im wesentlichen von meiner Umgebung, dem Regisseur, den Kollegen, dem Aufnahmepersonal oder der Cutterin ab. Fühlt man sich wohl, können auch weniger attraktive Rollen durchaus Freude oder Spaß bereiten. Etwas weniger Spaß - wenn man so sagen möchte - haben mir Trickfilmsynchronisationen bereitet, die aufgrund einer sehr hohen Take-Zahl pro Tag physisch überaus anstrengend waren und nicht selten die Stimmbänder aufs Äußerste strapaziert und gefordert haben. Das kommt mitunter auch mal vor.


Frage: Haben Sie selbst einen Lieblingsfilm, -synchronschauspieler oder -rolle?

Nein, einen ausgesprochenen Lieblingsfilm habe ich nicht. Ich mag hervorragende Schauspieler grundsätzlich gern sehen, wenn ich einen nennen soll, dann den John Malkovich oder die Meryl Streep; aber da gibt es sicherlich viele, die noch zu benennen wären. Mittlerweile sind für mich die filmischen Inhalte von größter Bedeutung. So mag ich keine Gewaltfilme mehr, keine Horrorfilme, sondern lieber solche mit einer dem Menschen hilfreichen Aussage, positive Werke sozusagen.


Frage: Gab es eine Rolle, die Ihnen am meisten Spaß gemacht hat? ...Welche?

Nein, könnte ich jetzt nicht so sagen. Einige mehr, andere weniger.


Frage: Steht vielleicht in nächster Zeit ein weiteres Projekt mit Ihnen an, z.B. ein neuer Film oder eine neue Serie?

Ja, wir haben im letzten Jahr mit einer neuen Serie bei der Bavaria begonnen, der neuen Variante von Star Treck. Wir haben eine Option über sechs Jahre bekommen und pro Jahr sollen zwei Staffeln synchronisiert werden. Ich habe das Glück gehabt die rechte Hand vom Commander sprechen zu dürfen, den Trip Tucker, also einen von der Kommando-Brücke. Die ersten 22ig Folgen sind schon aufgenommen, werden aber erst auf DVD vermarktet und kommen wohl später ins Fernsehen. Die zweite Staffel sollten wir jetzt im März aufnehmen, doch die Amerikaner drehen noch daran, es ist noch kein Material eingegangen; somit verschiebt sich das Ganze.


Frage: Sind Sie mit anderen Synchronsprechern aus München befreundet, z.B. Kai Taschner, Jan Odle?

Befreundet wäre zuviel gesagt. Natürlich kennt man sich untereinander, ruft sich an, tauscht sich aus, geht auch schon mal gemeinsam aus. Zum Jan Odle hatte ich weiter oben etwas gesagt und den Kai Taschner kenne ich auch ganz gut - und mag ihn auch.


Frage: Führen Sie auch Dialogregie oder schreiben Sie Dialogbücher?

Nein. Ich habe das mal am Anfang gemacht, hatte aber noch nicht die Erfahrung. Ich schrieb ein paar - wohl eher schlechte - Bücher zu Reich und schön, hatte auch zu meiner Münchner Anfangszeit in meiner Heimatstadt Düsseldorf hin und wieder Regie geführt und die Bücher geschrieben. Aber nur bei unwichtigen Filmen, z.B. Asiatische Kampffilme oder B-picture Produktionen. Große Filme bekommt ein Anfänger nicht. Als sich das mit der Düsseldorfer Firma erledigt hatte, habe ich mich mehr und mehr auf das Sprechen von Synchron / Werbung / Hörspiel / Kommentar, etc. verlagert und auch Anfragen abgesagt. Das ewige vor dem Computer-Sitzen und Filme checken wollte ich nicht machen.

 

Vielen Dank an Crock Krumbiegel für die Zeit, die er sich genommen hat, um diese Fragen zu beantworten.
Vielen Dank

 

 

Der zweite Teil des Interviews mit CROCK KRUMBIEGEL


Frage: Spielen Sie auch Theater?

Also, zu 1: lediglich nach meiner Ausbildung habe ich etwas Theater
gespielt, aber nicht sonderlich viel. Ich habe seinerzeit mit einer
Filmproduktionsfirma begonnen und mich mehr für diesen Zweig interessiert.


Frage: Haben Sie einen Synchronkollegen, mit dem Sie besonders gern
zusammenarbeiten?

Zu 2: einen Kollegen, bzw. eine Kollegin zu benennen, wäre den anderen
gegenüber nicht gerechtfertigt. Es gibt da schon einige, die ich sehr gern
mag, aber ganz wenige auf deren Anwesenheit ich weniger wert lege. Es ist
immer wieder schön, wenn man den netten Kollegen/innen hin und wieder im
Studio begegnet, und derer gibt es wirklich einige!


Frage: Welche Dialogreggiseure mögen Sie lieber, die "etwas älteren" (Hartmut
Neugebauer) oder die "jüngeren" (Christian Weygandt)?

Zu 3:das möchte ich gar nicht am Alter als an der menschlichen Qualifikation
fest machen. Klar, ältere haben zwangsläufig mehr Erfahrung, aber es gibt da
auch einige junge, die bereits exzellent sind. Am liebsten bin ich mit
solchen im Studio, die unabhängig von ihrem Können - das sei vorausgesetzt -
einfach ehrlich, nett und fair sind. Auch da gibt es solche und solche. Du
hattest den Hartmut Neugebauer angesprochen, den halte ich in jeder Hinsicht
für ganz hervorragend. Er schreibt ausnehmend gute Bücher und vermittelt
seine Vorstellungen den Kollegen mit einer sympathischen Lockerheit, die zu
keiner Zeit während der Aufnahmen Stress aufkommen lässt.


Frage: Haben Sie "Das Dschungelbuch 2" gesehen? Wie fanden Sie es?

Zu 4: sorry, nein, habe ich nicht gesehen, dafür letztens Bruce Allmächtig,
und der hat mich ganz gut amüsiert.


Frage: Haben Sie Haustiere?

Zu 5: auch diese Frage muss ich verneinen. Dennoch mag ich Tiere sehr sehr
gern! (Darum esse ich auch keine, bin Vegetarier)


Frage: Haben Sie schon mal Münchner Kollegen im Theater spielen gesehn? (Ich war
letztens in München und habe mir das von Kai Taschner inszinierte Stück "Drei
Mörder im Doppelbett" angesehen.)

Zu 6: Ja, hin und wieder sehe ich mal etwas, aber eher selten. Ich bin nicht
der große Theaterliebhaber. Das muss sich ergeben. Ein Kai Taschner Stück
habe ich allerdings auch schon mal im Blutenburg-Theater gesehen.


Frage: Würden Sie gern mal Theater spielen?

Zu 7: da schlagen wahrlich zwei Herzen in meiner Brust. Wie zuvor erwähnt,
bin ich nicht so sehr theaterlastig ausgerichtet. Manchmal würde ich gern,
dann wiederum doch nicht so dringlich. Da ich so wenig gespielt habe, und
dies auch noch so lange her ist, vergrößert sich der Abstand dazu immer
mehr. Ob es sich noch einmal ergeben wird, oder eher doch nicht, kann ich
jetzt nicht eindeutig beantworten. Das steht in den Sternen.

 


Vielen Dank an Herrn Krumbiegel, für die super schnelle Beantwortung der 7 Fragen!!!!!!

 

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